Geschrieben mschneider_yd86iza5

Business Kommunikation völlig ohne Visitenkarte?

Ist die Visitenkarte bereits ein Auslaufmodell oder immer noch ein bewährtes Werkzeug?

 

Die Business Kommunikation verändert sich zusammen mit Geschäftsprozessen, in rasender Geschwindigkeit. Es ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, neue Kontakte, egal ob Geschäftspartner oder Freunde, direkt in den unendlichen Kontaktspeicher seines Smart Phones zu überführen – oder sich in den unergründlichen Weiten der Social Media Dienste zu verknüpfen.

 

Nachdem meine Assistentin mir vor 2 Wochen, mal wieder einen Stapel neuer Visitenkarten bestellt hatte, fragte ich mich ob diese Kärtchen überhaupt noch Sinn machen. In einer Geschäfts- welt wo zukünftig immer mehr Wert auf die Digitale Präsenz gelegt wird, scheinen diese doch bereits obsolet. Ich habe diesen Sachverhalt, daher einmal einer etwas näheren Betrachtung unterzogen und mir folgende Fragen gestellt.:

  • Ist die Visitenkarte Überbleibsel einer veralteten Business Kommunikation?
  • Wie soll ich meine Expertise zukünftig nach außen tragen?
  • Worauf muss ich in Zukunft achten, wenn ich mich und mein Geschäft präsentiere ?

Zu welcher Erkenntnis ich dabei gelangt bin, ist interessant und ich rate allen die sich bereits ähnliche Fragen gestellt haben auf jeden Fall weiter zu lesen !

7 persönliche Erkenntnisse zur Business Kommunikation mittels Visitenkarten

1.  Sie ist immer noch nützlich

 

Die Visitenkarte ist weiterhin eine wichtige Formalität bei Business Meetings. So gleiten die kleinen “Aushängeschilder”, auf Messen, Tagungen oder Firmenveranstaltungen weiterhin von Hand zu Hand und von Tasche zu Tasche:

 

Der Nutzen lässt sich nicht abstreiten: Man erhält die wichtigsten Kontaktdaten, in einem praktischen Format und kann sein Netzwerk dadurch gegebenenfalls erweitern.

 

Halten wir also fest: Wenn man professionell vor Kunden und Partnern auftreten will, lohnt es sich immer noch eine ansprechende Visitenkarte zu besitzen.  – 1 Punkt für die kleine Business Pappe.

Punktestand 1 : 0

2.  Die Karte sollte an wenige, aber wertvolle Kontakte gereicht werden

 

Als ich vor Jahren mit Networking begann, habe ich den Erfolg eines Events daran gemessen, wie viele Visitenkarten ich verteilt und selbst gesammelt habe. Aus heutiger Sicht, aber ein typischer Anfängerfehler von mir und auf keinen Fall der goldene Weg. Sicher ist es ein schönes Gefühl, seine “Beute” in Form von dutzenden Business Karten hervorzuholen um schließlich auszusortieren. Aber was bringen mir 100 neue Kontakte, von denen ich mir kaum jemanden gemerkt habe und aus denen ich noch mühsam selektieren muss ? – Das frisst kostbare Zeit und ist nicht effektiv.

 

Außerdem sollte auf einem Networking Event auch eine erste Bindung zwischen mir und dem Gegenüber entstehen. Das bleibt aus, wenn man einfach mit der “Visitenkarten- Schrotflinte” in die Menge “feuert” – statt sich ein paar wenigen Kontakten, mit vollem Interesse und 100 %iger Aufmerksamkeit und Begeisterung zu widmen. Denn nur dieses Verhalten schafft die perfekte Umgebung, für eine gewinnbringende Business Kommunikation.

 

Eine persönliche Einschätzung:
Ich habe viel zu oft meinem Gegenüber vermeintliches Interesse geheuchelt und ihm aus Höflichkeit, sowie Gewohnheit meine Visitenkarte überreicht. Heute weiß ich es zum Glück besser und gebe nur noch Menschen meine Karte, deren Business mich wirklich interessiert, die ehrlich, sowie positiv wirken und die mir einen tatsächlichen Mehrwert bringen könnten. Dieses Verhalten dient nicht nur meinem Geschäft, sondern auch den Geschäften der Anderen und spart allen kostbare Zeit beim “baggern”.

Und mal ganz ehrlich. Wer mit der Absicht einen “Tanzpartner” zu finden auf eine Party oder Veranstaltung geht, der sucht sich doch auch zielstrebig eine ganz bestimmte Person aus, auf die er zugeht, anstatt allen im Raum seine Nummer zu gegeben in der Hoffnung, dass sie oder er irgendwann mal anruft. Ich habe dank dieser Angewohnheit ausschließlich neue Kontakte, die mich tatsächlich bereichern und kann mich auf wenige, wichtige Schlüsselpersonen konzentrieren.

Auf diese Weise habe ich nicht nur meine Frau kennengelernt sondern auch ein umfangreiches Netzwerk aus Menschen aufbauen können, dass sich vertrauensvoll und in gegenseitigem Interesse ergänzt und wertschätzt.

 

Punktestand 2 : 0

3.  Die Business Kommunikation via Karte verliert an Bedeutung

 

Als Gründer von einigen Start Ups und Mentor für junge Unternehmen, kenne ich viele Influencer aus unterschiedlichen Branchen: Was ich mitgenommen habe ? – Es ist entscheidend, auf die verschiedenen Gepflogenheiten der jeweiligen Branche zu achten.

 

Bei den Start Ups bspw. scheinen die Visitenkarten für die Business Kommunikation immer noch eine wichtige Rolle zu spielen. –  Warum ? Man muss sich hier unter schon gefestigten Firmen etablieren. In diesen Unter- nehmen haben manche Menschen andere Wertvorstellungen und schreiben der Visitenkarte noch eine größere Wichtigkeit zu.

 

Ganz anders sieht es in der Medienbranche aus. Hier zählen das Auftreten, die Ausstrahlung und die kommu- nikativen Fähigkeiten. Auch wenn man sich nicht kennt duzen sich viele, da man sich allgemein hin als verbunden versteht. Visitenkarten sind hier eher fehl am Platz und der Klick zum Instagram oder Facebook-Profil ist schon übliches Ritual geworden. – Gleichstand bei den beiden Parteien.

Punktestand 2 : 1

4.  Es gibt Unterschiede innerhalb der Branchen

 

Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen bei Networking Events keine Visitenkarten mehr bei sich tragen. Mir erklärten viele, dass sie einfach über ihren “Namen@Unternehmensnamen.xy” zu erreichen wären. Wenn in diesem Moment die Person für Sie wirklich wichtig ist, dann merken Sie sich auch den Kontakt und die Visitenkarte wird entbehrlich.

 

Zudem habe ich festgestellt, dass mir sehr viele an Stelle einer gedruckten Karte gleich vor Ort Ihre Xing – oder LinkedIn Daten gaben – 1 Punkt für die alternative Business Kommunikation.

Punktestand 2 : 2

5.  Ohne eine gute Website bringt das beste Pappkärtchen nichts

 

Stellen Sie sich vor, Sie geben einer wichtigen Person, die Sie schon immer treffen wollten bei einem Event Ihre Visitenkarte. Sie waren gut, sogar richtig gut und sind Ihr positiv im Gedächtnis geblieben. Person X gibt nun in freudiger Erwartung Ihren Namen in der Suchmaschine ein und findet folgendes vor: Eine katastrophale, veraltete oder lieblos gepflegte Website ohne weiterführende Informationen zu Ihnen oder Ihren Leistungen. Egal wie gut der Eindruck war, den Sie bei dieser Person hinterlassen haben:  Sie könnten sich durch einen ungepflegten Web-Auftritt diesen wertvollen Kontakt verbauen.

 

Ein weiterer fataler Fehler ist ein unbedacht gepflegter Auftritt in den sozialen Medien. Jeder weiß – wenn die Suche nach Ihrem Namen bei Google ein Facebook oder Instagram Profil zu Tage fördert, welches Sie bspw. volltrunken auf einer Party zeigt, kann auch dies Ihrem positiven Business Auftritt im Vorfeld das Fundament entziehen. Ich war bei verschiedenen großen Startups Mitglied in Gremien zur Auswahl von Angestellten und Partnern, und habe gesehen wie Menschen aus genau solchen Gründen den Posten oder den Vertrag nicht bekommen haben.

 

Wenn Sie sich einmal einen gewissen Ruf erarbeitet haben, zählt sowieso nur noch Ihr Name und ihre Präsenz im Internet, sowie in der Öffentlichkeit. Keiner fragt in diesem Fall mehr nach einer Karte. Dann hatten Sie aber mit Sicherheit auch von Anfang an eine gute Web-Präsenz. Sonst hätten Sie nicht diesen Status erreicht. – 1 weiterer Punkt für die Business Kommunikation via Internet

Punktestand 2 : 3

6.  Eine schlechte Karte ist Gift für Ihre Business Kommunikation

 

Jeder möchte sparen, das ist klar. Allerdings sind viele Unternehmer fälschlicherweise der Meinung bei den Visitenkarten anzufangen. Obwohl sie als notwendiges Übel noch dazu gehören, sind erstmal andere Dinge wichtiger (wie die Web-Präsenz) und man kümmert sicher eher halbherzig um die rechteckigen Aushängeschilder. – Ein großer Fehler.

 

Oft fallen dabei wichtige Dinge unter den Tisch: Das Material der Visitenkarte sollte zum Zweck einer guten Business Kommunikation sehr hochwertig sein. Zudem muss sich das Design der Firmenwebsite,sowie das Image des Unternehmens in der Karte widerspiegeln. Vergessen Sie nicht: Eine einheitliche Corporate Idendity ist unabdingbar !

 

Die Gefahr? – Ihr Gegenüber wird sich gut überlegen ob er sich die Mühe macht, sie im Netz nochmal zu suchen, wenn Ihre Business Karte nicht entsprechend auf ihn gewirkt hat. Aus diesem Grund, geht auch der nächste Punkt an die Konkurrenz der Business Karte.

Punktestand 2 : 4

7.  Die richtige Visitenkarte kann den Zusammenhalt verbessern

 

Mitarbeitern abteilungsübergreifend Visitenkarten auszuhändigen, kann zu einer Verbesserung des Zusammengehörigkeitsgefühls führen. Dabei dienen sie als Identifikationsmedium für die Angestellten und Zeichen der Wertschätzung. Ein Unternehmer ist nur so gut wie die Summe seiner Mitarbeiter. Erkennen Chefs das, merken sie wie groß das Potenzial des gesamten Betriebs durch die richtigen Motivationsstrategien sein kann.

 

Eine persönliche Einschätzung:

Ich habe sehr oft Mitarbeiter von Konzernen dabei beobachten können, wie sie Ihrem Gegenüber mit einem stolzen Gesichtsausdruck die eigene Business Visitenkarte überreichten, als wäre es ein päpstliches Siegel. Je nach Unternehmen und Position, wird die kleine Karte also noch immer als Statussymbol ansehen. Umso wichtiger ist es deshalb, die vorangegangenen  Ratschläge zu berücksichtigen.

Damit unterliegt die Visitenkarte der alternativen Business Kommunikation, mit einem Punkt Unterschied. Ganz außen vor lassen, sollte man sie jedoch auch nicht !

 

Punktestand 3 : 4

Fazit – Welche 3 Schlüsse ziehe ich nun daraus

 

1.) Use it, but don`t stuck on it!: 

Die Visitenkarte darf gern Teil Ihrer Business Kommunikation sein,  nützt aber nichts, wenn Ihre Website, Ihr Instagram-, Facebook- oder Xing-Profil miserabel ist.

 

2.) Legen Sie Wert auf Qualität!:

Auf Ihrer Business Karte, sollte das Corporate Design Ihres Unternehmens wiederzufinden sein. Sie kommuniziert im Optimalfall auch das Firmen-Image und den Elevator Pitch.

 

3.) Sie können sich und Ihr Business auch ohne Karte präsentieren!

Vorausgesetzt Sie haben sich im Internet gut positioniert. So können Sie auf Networking Veranstaltungen auch einfach Ihre Social Media Daten austauschen ohne, dass eine Karte von Nöten ist.

stressfrei mit VIPs kommunizieren?

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